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interview mit simon woodward, director for co-packing and production logistics bei dhl

in kollaborative roboter by Jeff Green

Simon Woodward, Director of Co-Packing and Production Logistics at DHL Supply Chain, along with collaborative robot Sawyer.

Herr Woodward, erzählen Sie uns etwas über Ihren Erfahrungshintergrund und wie Sie in der Logistikbranche gelandet sind.

Ich habe meine Karriere auf der Basis einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung in der Transportplanung begonnen, bevor ich vor 16 Jahren meine erste Position in der Logistik übernahm. In all den Jahren habe ich in verschiedenen Bereichen der Logistik gearbeitet, darunter Operations, IT und Vertrieb. Die Verpackungs- und Produktionslogistik ist in meinen Augen der interessanteste Bereich – denn er ist sehr abwechslungsreich, schnelllebig und äußerst innovativ.

Die meisten Menschen kennen DHL als Versandunternehmen. Wie würden Sie das Unternehmen und Ihre Rolle innerhalb der DHL-Lieferkette beschreiben?

DHL ist ein Teil der Deutsche Post DHL Group, der weltweit größten Post- und Logistikgruppe. Dazu zählen DHL Express, DHL Global Forwarding und DHL Supply Chain, die zusammen 350.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern beschäftigen. Innerhalb der DHL-Familie bedienen wir die Branchen Technologie, Naturwissenschaften und Gesundheitswesen, Energie, Automobil sowie Handel. Unseren Kunden bieten wir dabei eine große Bandbreite an Logistikdienstleistungen.

Mein Fokus innerhalb der DHL Supply Chain liegt nicht in den üblichen Logistikdienstleistungen, die Sie vielleicht erwarten. Meine Verantwortung liegt in der Entwicklung unseres Co-Packing-, Produktions- und Verpackungsservice-Geschäfts in Großbritannien und Irland, in dem wir neue Produkte für unsere Kunden anpassen, verpacken und erstellen. Momentan sind wir hauptsächlich in der Lebensmittel-, Getränke-, Hygiene-, Heim- und Gesundheitsbranche tätig. Unsere Kunden wenden sich an DHL, weil sie wissen, dass wir flexible, schnelle und innovative Services bieten.

At a DHL co-packing facility in the UK, collaborative robots work side by side with humans .

Sie haben in Ihren Distributionszentren eine Reihe von kollaborativen Robotern eingeführt. Können Sie uns erklären, wofür die Roboter eingesetzt werden?

Kollaborative Roboter können so trainiert werden, dass sie einfache, repetitive Aufgaben sehr effektiv ausführen. Zudem arbeitet unser Roboter Sawyer sicher mit Menschen zusammen. Wir setzen Sawyer ein, um einfache Verpackungsaufgaben durchzuführen, wodurch wir die Kapazität unserer Produktionslinie und unsere Produktivität steigern konnten. Die Aufgaben reichen von einfachen Pick-and-Place-Bewegungen bis hin zu repetitiven Montagearbeiten.

Collaborative robots are on the job at DHL's co-packing facilities in the UK.

Wie helfen die Cobots und können Sie uns schon erste Erfolgsgeschichten erzählen?

Cobots spielen schon jetzt eine wichtige Rolle in unserem Unternehmen. Sie ermöglichen uns, das Layout und den Ablauf jeder Verpackungsaufgabe zu verbessern. Dadurch sind wir in der Lage, die Produktivität unserer Mitarbeiter zu steigern. In einigen Fällen haben wir durch den Einsatz von Cobots in unseren Produktionslinien die Produktivität um bis zu 15 Prozent erhöht. Das heißt, dass wir in kürzerer Zeit mehr für unsere Kunden leisten können.

Fast alle unsere Kunden bestätigen, dass Cobots es ihren Mitarbeitern ermöglichen, sich mit qualifizierteren Aufgaben zu befassen, oder dass sie Arbeiten übernehmen, die für die Mitarbeiter unangenehm sind. Können Sie uns ein Beispiel dafür nennen, wie dank Cobots der Arbeitskräftemangel ausgeglichen werden konnte oder wie Mitarbeiter qualifiziertere Aufgaben übernehmen konnten?

Der Arbeitskräftemangel ist branchenweit ein großes Problem, vor allem zu Spitzenzeiten wie Weihnachten. Deshalb versuchen wir, mit Cobots unsere Kapazitäten zu erhöhen. Zugleich schaffen wir für unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, neue, qualifiziertere Fähigkeiten zu erlernen, z.B. wie sie die neue Technologie in der Produktion unterstützen oder wie sie den Cobots neue Aufgaben beibringen können. Die Investition in Weiterbildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Einführung von Robotik und anderen Technologien. Robotik gibt uns die Möglichkeit, unsere Kollegen fortzubilden und neue technische Berufe zu schaffen, um diesen Wandel zu unterstützen. Neue Ausbildungsplätze werden hierbei eine wichtige Rolle in der Entwicklungsstrategie der DHL spielen.

Mein Fokus innerhalb der DHL Supply Chain liegt nicht in den üblichen Logistikdienstleistungen, die Sie vielleicht erwarten. Meine Verantwortung liegt in der Entwicklung unseres Co-Packing-, Produktions- und Verpackungsservice-Geschäfts in Großbritannien und Irland, in dem wir neue Produkte für unsere Kunden anpassen, verpacken und erstellen. Momentan sind wir hauptsächlich in der Lebensmittel-, Getränke-, Hygiene-, Heim- und Gesundheitsbranche tätig. Unsere Kunden wenden sich an DHL, weil sie wissen, dass wir flexible, schnelle und innovative Services bieten.

At DHL Supply Chain's co-packing facility in the UK, collaborative robot Sawyer is on the job alongside human co-workers.

Wie haben die Mitarbeiter auf die neue Technologie reagiert?

Die gesamte Technologie wurde behutsam eingeführt, um die Sicherheit und den Komfort unserer Teams sicherzustellen. Im Co-Packing-Bereich haben unsere Mitarbeiter bereits Erfahrung mit der Arbeit mit Maschinen, die die Produktion automatisieren, z.B. Mehrkopfwaagen, Teileförderer, Verpacker und Folierer. Die neue Generation kollaborativer Roboter ist eine Fortsetzung dieser Technologien und baut auf den bereits entwickelten Fähigkeiten auf.

Von Wearables über IoT bis hin zu Drohnen und autonomen Fahrzeugen – welche Technologie in der Logistik begeistert Sie am meisten?

Es ist nicht die visuell aufregendste Technologie – aber die größte Auswirkung hat möglicherweise die Fähigkeit, RFID-Etiketten mit Tinte zu drucken. Dadurch erhalten Hersteller und Logistikdienstleister neue Möglichkeiten zur Nachverfolgung von Produkten, ohne dass zahlreiche manuelle Überprüfungen notwendig sind. Dies kann die Art und Weise, wie Waren durch die Lieferkette und sogar bis in unsere Häuser nachverfolgt werden, erheblich verändern. Möglicherweise spielt diese Technologie sogar eine Rolle bei der Erweiterung des Internet der Dinge auf jedes beliebige Produkt.

Technology - from collaborative robots to drones to automomous vehicles - is man's new best friend in the warehouse - via DHL

Eine letzte Frage: Wie sieht, Ihrer Meinung nach, das Lagerhaus der Zukunft in fünf bis zehn Jahren aus?

Lagerhäuser passen sich schon heute an das Wachstum des E-Commerce und die Nachfrage nach Lieferungen direkt an die Verbraucher an. Da sich dieser Trend fortsetzt, können wir die Lager nicht weiterhin so betreiben, wie wir es heute tun. Stattdessen wird es eine flexiblere Automatisierung und Robotik geben. Kollaborative Roboter werden in Gruppen zusammenarbeiten, um Produkte an Kommissionierungspunkte zu bringen, statt dass die Kommissionierer zu den Lagerorten gehen müssen.

Es ist schwierig vorherzusagen, wie sich die 3DP-Technologie für die Produktherstellung innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre entwickelt. Aber diese Technologie wird die Lieferkette sicher eines Tages beeinflussen. Die Herstellung und Individualisierung von Produkten wird vermutlich ein wichtiger Aspekt für Logistikunternehmen werden, da dadurch die Notwendigkeit, Waren zu transportieren, abnimmt.

Lesen Sie, welche fünf disruptiven Lagertechnologien Sie auf keinen Fall ignorieren sollten, und werfen Sie einen Blick auf die DHL-Infografik zur Geschichte der Robotik. In diesem Video der Financial Times erfahren Sie außerdem, wie Roboter die Logistikbranche verändern.

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ÜBER DEN AUTOR

Jeff Green

I'm Jeff Green, senior content and social media strategist at Rethink Robotics. When I'm not socializing Sawyer and Baxter, our smart, collaborative robots, I'm usually caught up in the home tornado, also known as my three kids. Love them, my wife, old-school Chinese food, movies, and of course game-changing technology.



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